Pierrot Lunaire op. 21

Dreimal sieben Gedichte aus Albert Girauds

PIERROT LUNAIRE op. 21 von Arnold Schönberg

Aufführung am 11. Juni 2004 Jagdschloss Grunewald Jagdschlossmagazin

Eine Produktion der Vereinigung für genreverbinde Kunstprojekte e.V. in Zusammenarbeit Deutsche Oper Berlin mit freundlicher Unterstützung von GMD Christian Thielemann, Orpheus International, Tagesspiegel Medienpartnerschaft

Produktionsleitung         Gunnar Conrad

Musikalische Leitung     Guido Mayer

Inszenierung                  Andrea Conrad

Gesang                         Heike Lehrer

Violoncello                     Cécile Tacier

Violine                           Götz Bernau

Flöte                             Jochen Hoffmann

Klarinette                       Rainer Greis

Klavier                           Patrick Walliser

Förderer und Sponsoren : das brillenatelier Am Rathaus Steglitz Inhaber Bernd Klick; merobau STAHLGERÜSTBAU KURT HAGEN GMBH; bulthaup küchenhaus am Roseneck; Wiener Conditorei Caffeehaus am Roseneck by Manfred Otte; Freie Universität Berlin Institut für Theaterwissenschaft

Videoaufzeichnung der Aufführung am 11. Juni 2004 im Jagdschloss Grunewald Jagdschlossmagazin Erhard Ertel, eine Produktion von ETHNO – DOC Berlin 2004/2009

Artikelbild Ausschnitt Zeichnung Gunnar Conrad

 

 

Leonardo da Vinci

“Der Erfinder – 4 Variationen zu Leonardo da Vinci”

Aktuelles Musiktheater für Kinder und Erwachsene

“Die Natur beginnt mit der Ursache und endet mit der Erfahrung” (Leonardo da Vinci)
Der Wasserkreislauf der Erde

Komposition Gisbert Näther, Konzept und Textfassung Andrea Conrad nach dem Codex Leicester von Leonardo da Vinci

Erste Musiktheaterproduktion im Neuen Hans Otto Theater Potsdam am Tiefen See; UA Februar 2007; Koproduktion Hans Otto Theater Potsdam

“Der Codex Leicester von Leonardo da Vinci ist das größte zusammenhängende Dokument seiner Untersuchungen zu astronomischen, athmosphärischen und meteorologischen, paläontologischen, geographischen und geologischen Fragestellungen und zeugt davon, wie leidenschaftlich da Vinci über Ursachen und Wirkkräfte nachdachte und für die beschriebenen Phänomene visuelle Modelle entwarf. Leonardo ein Visionär, in dessen Denken Kunst und Wissenschaft noch eine Einheit bildeten. Das zentrale Thema des Codex ist – der Körper der Erde -, insbesondere seine gewaltigen Transformationen und die Bewegung der Gewässer.” (Der Codex Leicester im Spiegel der Gegenwart, anlässlich der Ausstellung im Haus der Kunst München und Martin Gropius-Bau Berlin 2000; Vorwort Christoph Vitali/ Angelika Thiekötter/ Katalog Richter Verlag Düsseldorf)

“Der Körper der Erde ist wie der Körper der lebenden Wesen von den Verzweigungen der Adern durchwoben, die miteinander zusammenhängen und zur Nahrung und Belebung der Erde und ihrer Geschöpfe bestehen, und sie kommen aus den Meerestiefen und dorthin müssen sie wieder zurück, nachdem sie in mannigfaltigen Drehungen durch die Flüsse gelaufen sind, die in den Höhen ihrerseits durch das Aufbrechen dieser Adern entstehen.” Leonardo da Vinci

Ziel dieses aktuellen Musiktheaters ist es, Kindern spielerisch und mit künstlerischen Mitteln wissenschaftliches Denken, den Prozess der Beschreibung, der Erfahrung und Erkenntnis zu vermitteln.

„Die Natur beginnt mit der Ursache und endet mit der Erfahrung…” (da Vinci L.C. Fol.55)

“Aus heutiger Sicht lässt sich sein empirischer Ansatz mehr oder weniger mit der Experimentalwissenschaft gleichsetzen, während die Ableitung von Wirkungen aus Ursachen mit der theoretischen Naturwissenschaft identifiziert werden kann.” (eben da)

Musikalische Leitung: Peter Vierneisel
Regie: Andrea Conrad
Bühnenbild: Gunnar Conrad

Leonardo da Vinci: Moritz Führmann
Die Poesie: Amelie Conrad
Stimme/Das Mädchen auf dem Mond: Lucy Laufenberg

Choreographie: Amelie Conrad
Kostüme: Lena Höpfen
Technische Betreuung: Michael Schaub
Ton/Schnitt: Mark Eisenschink

Mit freundlicher Unterstützung Karl Heinz Krämer
Technischer Direktor Hans Otto Theater Potsdam 2007; Ministerium des Innern des Landes Brandenburg, Landespolizeiorchester Brandenburg

Galerie Der Erfinder

Zählen und Erzählen

 

“Zur Welt kommen – Zur Sprache kommen” (Peter Sloterdijk)

Zählen und Erzählen UA  “Die Blume des Lebens”

Musiktheater für Unerwachsene nach einer Versuchsanordnung von Mauricio Kagel

Mit dieser Inszenierung wurden im Februar 2006 Die Potsdamer Tage der Neuen Musik für Kinder von der Musiktheater-Regisseurin Andrea Conrad gegründet.

Potsdamer Kinder erzählen ihre Geschichte, die in 7 Tagen inszeniert wurde. Mauricio Kagel hatte kein Stück komponiert, sondern Versuchsanordnungen geschrieben. Die Handlung wurde von Kindern frei erfunden und entsprechend der Vorgaben Mauricio Kagels nach 7 Tagen uraufgeführt. Die Produktion war eine Gemeinschaftsarbeit Potsdam-Berlin unter Mitwirkung von Lehrern , Künstlern , Schauspielern, Musikern,
Kindern, Musiklehrern und Musikpädagogen, Institutionen, kulturellen Einrichtungen und Schulen, mit freundlicher Unterstützung der Staatsoper Unter den Linden Berlin und Hans Otto Theater Potsdam
Entstanden ist Musiktheater für Unerwachsene „Die Blume des Lebens” mit Kompositionen u.a. von Mauricio Kagel 2. Klaviertrio, Kinderklangorchester 10 Musiker, 2 Tänzer, 2 Schauspieler, 2 Erzähler, 2 Kinder, Stimme und Artistin

Erzählkreis 12 Kinder 5 bis 9 Jahre
Moderator: Ulla Nebeling
Musikpädagogische Betreuung: Manfred Fiedler, Gabriele Keppler

Regie/Bühnenbild/Dramaturgie: Andrea Conrad

Musikalische Beratung: Patrick Walliser
Klaviertrio I und II von Mauricio Kagel
Klavier: Patrick Walliser
Cello: Susanne Busching – Brerow
Geige: Wolf Bender

Stimme: Katja Riemann
Erzähler: Kinder des Erzählkreises
Marie: Miriam Wolff
Tänzer: Enrico Nawrath
Zauberer: Sigurd Bemme
Vogel: Ulla Nebeling
Sonnenblume: Amelie Conrad
Blume: Charlotte Höpfen
Stundennarr: Johanna Bäumler
Musikant: Frank Fiedler

Choreographie: Miriam Wolff, Enrico Nawrath, Javier Sanchez

Regieassistenz: Georg Losch
Kostüme: Lena Höpfen , Rita Thompson
Technische: Leitung Michael Schaub
Technische: Betreuung Michael Zillmann

Filmdokumentation Erzählkreis: Ingrid Macziey Frauke Schäfer
Abschrift: Edith Schüller

Filmdokumentation/Schnitt: Reinhard Otto
Fotodokumentation/Archiv: Gunnar Conrad

In Koproduktion Hans Otto Theater Potsdam

Das Projekt wurde von der Mittelbrandenburgischen Sparkasse Potsdam gefördert, sowie von der Vereinigung für genreverbindende Kunstprojekte e.V. finanziert und realisiert.

Galerie Zählen und Erzählen

Filmisches Essay

Verbrennungen

VILLA SCHÖNINGEN   An der Glienicker Brücke   Ein Deutsch-Deutsches Museum

Im Rahmen der Anselm Kiefer Ausstellung EUROPA

10. Oktober 2010 Uraufführung des filmischen Essays “Verbrennungen” zu Hyperion oder Ein Eremit in Griechenland von Andrea Conrad mit Kompositionen von Georg Friedrich Haas Streichquartett I und II, Einspielung Kairos Quartett; in den Hauptrollen Moritz Führmann, Amelie Conrad, Sabine Scholze und Patrick Walliser

es spricht Moritz Führmann

Moritz Führmann, Sabine Scholze, Patrick Walliser

Das Projekt wurde gefördert von der Deutschen Bank

“Über den Tod hinaus

An der Brücke zwischen den Welten

Fünf Jahre arbeitete die Berliner Regisseurin Andrea Conrad am Hölderlin Zyklus „Der Sonne Peitsch und Zügel” für sieben Werke an der Nahtstelle deutscher Geschichte, Glienicker Brücke zwischen Potsdam und Berlin. Im Rahmen der Anselm Kiefer Ausstellung, (von Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet), zeigte die Villa Schöningen, Deutsch-Deutsches Museum und Galerie für zeitgenössische Kunst an der Glienicker Brücke, Potsdam, am 10.10.2010 die Uraufführung „Verbrennungen” von Andrea Conrad, ein filmisches Essay zu Hyperion oder Ein Eremit in Griechenland mit Kompositionen von Georg Friedrich Haas Streichquartett I und II. Es sprach Moritz Führmann, Schauspielhaus Düsseldorf.

Verbrennungen bildet den Abschluss des Hölderlin Zyklus, den die Künstlerin Andrea Conrad diesem historisch bedeutsamen Ort deutscher Geschichte widmete. „Verbrennungen” zeigt den Zustand der Implosion; einen nach innen gerichteten Monolog, Bildsequenzen, gespeist aus Gegenwart und Vergangenheit. Eine Sprache, die sich zu vereinigen sucht, wobei die Kompositionen Streichquartett I und II von Georg Friedrich Haas die hochartifizielle Sprachkunst Hölderlins wie Lebensfäden in Filmbilder einweben.

Umgeben von Anselm Kiefers Werken – darunter „Europa” – richtet sich Hyperion, auf der Suche nach einem dem Menschen angemessenen Dasein, im oberen Geschoss der Villa Schöningen ein. Ein Drittel des Raumes, in dem Hyperion (Moritz Führmann) agiert, assoziieren das Hier und Jetzt. Ein Tafeltuch mit streng gebügelten Linien, den Maßen des Bildes der Europa von Anselm Kiefer entsprechend (280 x 330 x 35 Öl, Emulsion, Acryl, Schellack, Stroh auf Leinwand unter Glas), verhüllen das Kunstwerk und dient so Hyperion als Projektionsfläche seiner inneren Bilderwelt. Ein ebenfalls weiß verhüllter leerer Stuhl lässt vermuten: die große Seherin ist tot.

Mit dem Ruf “Wohin denn ich!?” löst Hölderlin in seinem Briefroman Hyperion eine grundlegend existentielle Frage des Menschseins aus: Hölderlin, der auf Erden Heimatlose und Ungesicherte sucht nach dem Ort, an dem der Mensch sein ihm angemessenes Dasein finde. Gleich zu Beginn führt Andrea Conrad den Betrachter mit Hölderlins Sätzen unmissverständlich in aktuelle Gegenwart: „Bauen möcht…, und neu errichten, es fehlet aber das Geld, denn zu viel ist ausgegeben heute” . Bauen, Aufbauen, Abriss, Zerstörung, ein Ausdruck der Suche nach Formgebung, jenseits der Brücke „zwischen den Welten…”.

Emphase will bei Führmann angesichts der Bau-Metaphern nicht aufkommen, wenn er mit hölderlinschem Text Bilder gigantischer Stahlträger in Berlin kommentiert, verplant für „Burj Dubai”, dem höchsten Gebäude der Welt, in seinem Inneren tausende Tonnen Stahl des abgerissenen Ost-Berliner „Palast der Republik”. Noch liegen sie auf umgewälztem Boden; durch einen Stahlwinkel der Kamerablick auf ein Riesenrad, das schaufelnd mit leeren Gondeln gegen die Zeit fährt, während Hyperion verzweifelt gegen das Treiben zitiert: „Inzwischen bricht er auseinander und treibt hin und wieder seine Künste mit sich selbst, als könnt er, wenn es einmal sich aufgelöst, Lebendiges zusammensetzen, wie ein Mauerwerk aber es macht ihn auch nicht irre, wenn nichts gebessert wird durch all sein Tun. Es bleibt doch immerhin ein Kunststück, was er treibt.” Stahl und Beton, die Kamera mit dem Auge des Betrachters, führt in Mikrostrukturen, als wolle sie noch einmal in die Tiefe dunkler, deutscher Geschichte führen. Bildflirren und Schwirren der Streicher – Schnitt – 17 Jahre Demokratie; noch immer auf der Suche nach der Einheit. Trostlose Bilder runtergekommener DDR Architektur, Bausünden der Nachkriegszeit,… “ein untergehender Mond verstrickt in Seilen”… (Conrad Text) und wenige Sekunden später, brennen Spiegelungen aufgehender Sonnen „Löcher in blinde Scheiben”. (Conrad Text)

Ortswechsel East Side Gallery längste Mauergalerie Berlins, bis auf den nackten Beton erblasst, Hyperions Phantasien schweifen, und dort, wo die Natur das Bild ausgewaschen hat, projiziert Hyperion sein großes Bild von Eros: auf der anderen Seite, im Licht, schwebende Bilder der Erinnerungen an das hohe Ideal der Liebe, Diotima, Priesterin in Platons Symposion und als Mittlerin zur reinen Idee des Schönen erhoben.

Zeitdokumente, Conrads Kunstbilder wie Momentaufnahmen des Inneren, Bildsequenzen die sich zu Standbildern formen, um dem Augenblick – Bild, Sprache und Klang – einen Raum der Konzentration und Meditation zu geben, drängen sich in streng ästhetisierter Form dicht aneinander, fließen ineinander, verleihen so dem Rausch und der Schnelllebigkeit einen einzigartigen Ausdruck. Führmann kommentiert, als wolle er mit der Musik von Haas verschmelzen und sich den drängenden Bildern der Gegenwart entziehen.

Torsi jugendlicher Schönheit; nackte Haut mit Hölderlin-Text beschrieben; ein sinnlicher Akt, gebunden in weißes Tuch; Bilder, die am Ende der Unsterblichkeit widersprechen. Das Verhältnis des Schönen zum Guten scheint gebrochen, das Streben nach Weisheit und Einsicht zur philosophischen Floskel verkommen. Und wieder weiß, ein Blütenmeer, Ankunft Arkadien; Hingabe in der Natur. Das Verschmelzen Hyperions mit Diotima im Liebesduett geben dem Betrachter für einen Augenblick Ruhe und Einkehr, bevor Haas Musik mit schneidender Schärfe den paradiesischen Zustand zertrennt und die versöhnende Stimme Führmanns den Wehklang der Zeit mit großen Sprachbildern Hölderlins zu einer groß empfundenen Lebensschwinge vereint.

 

 

 

Bildrechte Gunnar Conrad

Artikelbild Bildrechte Gunnar Conrad